KUNST und KÜRBIS - Kürbis Informationen

hessentipp: hr-fernsehen - 18.09.2015

Interview mit Herrn Dr. Ralf Windhaber

Forschungsgruppe Klostermedizin, Institut für Geschichte der Medizin, Universität Würzburg

Kürbis - Arzneipflanze des Jahres 2005
Ursprünglich stammt er aus Mittel- und Südamerika, doch auch in Europa wird er schon lange geschätzt: Der Kürbis. Aus der Pflanze lassen sich nicht nur schmackhafte Gerichte und exotische Dekorationen herstellen, auch ihr gesundheitlicher Nutzen ist heute bestätigt. Als Arzneipflanze wird besonders der Steirische Ölkürbis geschätzt, eine Variante des Gartenkürbis, der auf großen Feldern angebaut und mit Spezialgeräten geerntet wird.

Aus seinen Kernen gewinnen Arzneimittelhersteller ein Öl, dass sich unter anderem bei der Behandlung von Prostataleiden und bei Problemen mit der Blase bewährt hat. Das Öl wird zu hochkonzentrierten Kürbisölpillen oder -kapseln verarbeitet. Zu den heilenden Inhaltsstoffen der Kürbiskerne zählen die so genannten Phytosterine. Insbesondere die Sterole sollen abschwellend auf die gutartig vergrößerte Prostata wirken. Wichtig: Damit sie wirken können, müssen die Kürbiskernpräparate über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Doch nicht nur die Kerne sind gesund. Das orange Fruchtfleisch enthält die Vitamine A, C, E, Kalium, Magnesium, Kalzium, Folsäure sowie viele Ballaststoffe.

Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Ralf Windhaber
Forschungsgruppe Klostermedizin
Institut für Geschichte der Medizin, Universität Würzburg
Oberer Neubergweg 10a
97074 Würzburg
Telefon (0931) 79 678-0
Fax (0931) 79 678-78
Internet: http://www.klostermedizin.de

Ratgeber:
Michel Brancucci, Erica Bänziger:
Das große Buch vom Kürbis
173 Seiten, Hädecke Verlag

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Arzneikürbis - Cucurbita pepo L., Cucurbitaceae

Schon seit etwa 500 Jahren werden Kürbissamen in Europa gegen Beschwerden der Harnwege eingesetzt.
Dabei wuchs der Urahn des heutigen Arzneikürbis, der Gartenkürbis, ursprünglich gar nicht in Europa; seine Heimat ist Amerika, insbesondere Mexiko und der Süden der USA. In Europa kannte man bis zur Entdeckung des neuen Kontinents nur den Flaschenkürbis (Cucurbita lagenaria). Aber schon im 16. Jahrhundert wurde der Gartenkürbis an sonnigen, nährstoffreichen Standorten gepflanzt und in verschiedenen Formen und Farben gezogen.
Für medizinische Zwecke haben sich die Samen des Steirischen Ölkürbis besonders bewährt, aus dem schließlich eine Sorte durch Züchtung noch optimiert werden konnte: der moderne Arzneikürbis. Er wird vor allem in Ungarn in der pannonischen Tiefebene (pannonisches Becken) angebaut.

Medizinisch werden nur die Kürbissamen, volkstümlich auch Kürbiskerne genannt, verwendet, sowie das daraus kalt gepresste Öl. Die Samen des Arzneikürbis haben ein großes Spektrum an Wirkstoffen: neben fetten Ölen mit wertvollen Fettsäuren (u.a. Linolensäure), Vitamin E, Carotinoiden, Selen, Mangan, Zink und Kupfer sind die Phytosterole, die sog. "Pflanzenhormone", besonders bedeutsam.
Die Wirkstoffe der Kürbiskerne regulieren den Hormonspiegel (Phytosterole) und stärken die Blasenmuskulatur (Linolensäure, Vitamin E).

Die Anwendung von Kürbissamen wird empfohlen bei Reizblase, Miktionsbeschwerden, Harninkontinenz sowie insbesondere zur symptomatischen Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung, auch benigne Prostatahyperplasie (BPH) genannt. Dabei wächst ein Teil der Vorsteherdrüse des Mannes, die die Harnröhre umschließt, im zunehmenden Alter und drückt deshalb die Harnröhre etwas zusammen, so dass die Blasenentleerung beeinträchtigt wird. Der Restharn führt zu häufigerem Harndrang und Nachträufeln. Etwa die Hälfte aller Männer über 50 leiden an Symptomen der BPH. Die regelmäßige Verwendung von Kürbissamen kann die Beschwerden lindern. Diese Anwendungen sind klinisch mehrfach untersucht worden.
Kürbissamen werden auch gegen Bettnässen eingesetzt, wenn keine organischen Leiden vorliegen.
Einzigartig ist das Cucurbin, eine Aminosäure, die gegen Eingeweidewürmer wirksam ist.
Der regelmäßige Genuss der schmackhaften Samen ist auch deshalb sinnvoll, weil die Inhaltsstoffe den Zellschutz fördern und Entzündungen hemmen.

Internet: http://www.klostermedizin.de

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